Steuern

Allgemeines

Eine Solaranlage ist nicht nur ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll, sondern eröffnet dem Investor auch interessante steuerliche Möglichkeiten. Der Betrieb einer Photovoltaikanlage ist mit einer Vielzahl von steuerlichen Auflagen verbunden. Nach der Anmeldung des Betriebes ist man zur Abgabe von diversen Mitteilungen an das Finanzamt verpflichtet. Die Ergebnisse müssen in der Einkommensteuererklärung deklariert werden. Zusätzlich sind regelmäßige Umsatzsteuermeldungen abzugeben. Eventuell sind die Investoren auch verpflichtet, jährliche Gewerbesteuererklärungen abzugeben.

Andererseits können Investoren auch steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Nehmen den Abschreibungen der Solaranlage können auch Sonderabschreibungen oder Investitionsabzugsbeträge beim Finanzamt geltend gemacht werden.

 

Einkommenssteuer

Mit Photovoltaikanlagen erzielt man Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Das erwirtschaftete Ergebnis ist daher im Rahmen der Einkommensteuer als zusätzliche Einkunftsart zu besteuern. Gewinne wirken sich steuererhöhend aus. Verluste können mit den übrigen Einkunftsarten verrechnet werden und führen zu einer Steuerersparnis.

Die Gewinnermittlung kann in der Regel mittels der so genannten Einnamen-/Überschussrechung erfolgen. Hierbei sind die tatsächlich zugeflossenen Einnahmen, den im Wirtschaftsjahr abgeflossenen Ausgaben gegenüber zu stellen. Die Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage können jedoch nicht sofort im Jahr der Anschaffung als Ausgabe angesetzt werden, sondern müssen über die Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden.

 

Abschreibung

Bei der Dachphotovoltaikanlage handelt es sich, obwohl diese fest auf dem Dach montiert ist, um ein bewegliches Wirtschaftsgut und kann daher im Rahmen von § 7g EStG grundsätzlich nur linear abgeschrieben werden. Bei der linearen AfA werden über 20 Jahre hinweg jährliche Abschreibungen in Höhe von 5 % der Investitionssumme akzeptiert.

Zu beachten ist jedoch, dass die Anlage als bewegliches Wirtschaftsgut angesehen wird. Dies ist nicht der Fall, wenn die Dachanlage als Teil der Dachhaut eingesetzt wird. Bei diesen dachintegrierten Anlagen wird die Solaranlage fester Bestanteil des Gebäudes und muss mit diesem abgeschrieben werden.

 

Investitionsabzugsbetrag

Für die geplante Anschaffung oder Herstellung von beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens (wie z.B. Solaranlagen) können bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten außerbilanziell gewinnmindernd abgezogen werden. Der Abzugsbetrag darf im Jahr der Inanspruchnahme und in den drei Vorjahren maximal 200 000 EUR betragen. Wenn Investoren diesen Abzugsbetrag steuerlich geltend machen, verringert sich in dieser Höhe die Basis für die normale AfA.
Ob und unter welchen Bedingungen dieser Investitionsabzugsbetrag bei Ihnen zur Anwendung kommt wird Ihnen sicherlich Ihr Steuerberater erklären können.

 

Umsatzsteuer

Der Betreiber eine Photovoltaikanlage ist als Unternehmer einzustufen. In der Regel wird auf die Kleinunternehmerregelung verzichtet. Damit unterliegen zwar die Stromerträge der Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuer wird jedoch vom Energieversorgungsunternehmen zusätzlich bezahlt, sodass hier für den Unternehmer kein Nachteil entsteht. Im Gegenzug erhält der Unternehmer die bezahlte Umsatzsteuer aus den Anschaffungskosten als Vorsteuer vom Finanzamt erstattet.

 

Gewerbesteuer

Die Unternehmensgewinne unterliegen grundsätzlich auch der Gewerbesteuer. Aber bei der Gewerbesteuer können Personengesellschaften und Einzelunternehmen einen Freibetrag in Höhe von 24.500 EUR in Anspruch nehmen. Im Ergebnis fällt damit für die Gewinne aus der Photovoltaikanlage keine Gewerbesteuer an. Soweit der Freibetrag allerdings überschritten werden sollte, fällt zwar Gewerbesteuer an, diese kann jedoch über ein etwas kompliziertes Verfahren in den meisten Fällen wieder in voller Höhe auf die Einkommensteuer angerechnet werden.

 

Erbschaft- und Schenkungsteuer

Durch das neue Erbschaftsteuergesetz werden produktionsintensive Unternehmen wie Solarinvestments steuerlich sehr gut gestellt. Bei der Schenkung oder Vererbung fallen grundsätzlich keine Erbschaft- oder Schenkungsteuern an. Nur bei sehr großen Gesellschaften oder bei vorzeitigem Verkauf durch die Erben oder Beschenkten können Steuern anfallen. In diesen Einzelfällen kommt aber jeweils nur die niedrige Steuerklasse I zum Tragen. Deshalb eignen sich Photovoltaikgesellschaften auch ideal, um z.B. nicht eingetragenen Lebenspartner steuerlich gut abzusichern.

 

Versicherung

Mit der Entscheidung für eine Solaranlage investieren Sie nicht nur gewinnbringend in eine umweltfreundliche Zukunft, sondern machen sich auch von den Preisschwankungen des Energiemarktes unabhängig. Um diese langfristige Investition wirkungsvoll zu schützen, ist eine fundierte Vorsorge in Sachen Versicherung unverzichtbar. PV-Anlagen verursachen im Schadensfall nicht nur hohe Reparaturkosten: Steht die Photovoltaikanlage einmal still, wird auch kein Strom mehr eingespeist – und die Einspeisevergütung des Gesetzgebers entfällt.

Während die bestehende Gebäude- und Haftpflichtversicherung nur „klassische“ Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel umfassen, decken spezielle Photovoltaik-Allgefahrenversicherungen nahezu alle Gefahren ab – inklusive Bedienungsfehler, Vandalismus, Diebstahl, Sabotage, Kurzschluss etc. Und sollten die genannten Schadenereignisse Stillstandszeiten nach sich ziehen, so springt die integrierte Ertragsausfallversicherung ein.

Wird auf eigenen Dächern eine netzgekoppelte Photovoltaikanlage betrieben, ist die Einspeisung des Stroms in das Netz des Energieversorgungsunternehmens eine unternehmerische Tätigkeit, für die die übliche Privat- oder Haus- sowie Grundbesitzerhaftpflichtversicherung keinen Versicherungsschutz bietet. Für diese Fälle ist eine Betreiberhaftpflichtversicherung empfehlenswert, die Sie von der finanziellen Verantwortung im Schadensfall gegenüber Dritten entlastet.